Betriebsreportage
Foto Bußer
Bodenschützer vom Dienst
Ulrike Rosenfellner
Der Landwirt Johann Bußer, aus der Gegend zwischen Schwä-bischer und Fränkischer Alb, erlag bereits in frühen Tagen der „Faszination Boden“. Seine wichtigste Erkenntnis nach vielen Jahren Praxiserfahrung: Der Schaden einer intensiven Bodenbearbeitung ist meist größer als ihr Nutzen.Somit sind große Maschinen auf den 20 ha Eigenfläche mit Zupacht für den Praktiker tabu.Vielmehr setzt er auf die Förderung des Bodenlebens und die Hilfe von Regenwürmern. Zwischenfruchtanbau hat bei ihm einen hohen Stellenwert. In den warmen Monaten, wenn Regenwürmer und Co. am aktivsten sind, möchte er so viel Humus wie möglich im Boden anreichern. Die flache Bodenbearbeitung stört die Bodenbewohner kaum. Details über Betrieb und System von Johann Bußer erfahren Sie in der neuen Ausgabe der LOP.
Pflanzenschutz
Foto: Gödecke
Wie „tickt“ ein Pilz im Feld ?
Ruben Gödecke und Andreas von Tiedemann
Obwohl mehr als 19 verschiedene Fusariumspezies in der Lage sind Weizenähren zu besiedeln, gelten Fusarium culmorum und Fusarium graminearum als Hauptverursacher der parziellen Weißährigkeit. Durch ihre Fähigkeit während des Wachsens in der Ähre diverse Mykotoxine zu produzieren werden sowohl Quantität als auch Qualität des Ernteguts geschädigt. Im Rahmen des Forschungsverbundes Agrar- und Ernährungswissenschaften (FAEN) wurden an der Universität Göttingen von 2006 – 2009 im Feldversuch bei nichtwendender Bodenbearbeitung und verschiedenen Fruchtfolgen differenzierte Toxinrisikoszenarien untersucht. Ziel war es herauszufinden welche Faktoren Wachtum und Mykotoxinbildung besonders beeinflussen. Unter natürlichen Umweltbedingungen wurde die Vorfruchtwirkunge von Mais, Winterweizen und Zuckerrübe an zwei Standorten verglichen. Sowohl Vorfrucht, als auch Fungizidbehandlungen bis zum Ende des Schossens (EC 39) hatten, außer in Starkbefallsjahren, standortabhängig, eine eher untergeordnete Bedeutung. Regenfälle und feuchte Witterung während des Ährenschiebens und zur Blüte stellen den bedeutendsten Faktor im Infektionsgeschehen mit Ährenfusariosen dar. Kommen riskante ackerbauliche Maßnahmen hinzu, erhöht sich die Gefahr der kritischen Mykotoxinbelastung.
Technik
Foto: Werkbild
Mit Präzision säen
Steinert, Konrad
Bei herkömmlichen Universaal-sämaschinen erfolgt durch Zellen- oder Nockenräder eine volumenabhängige Saatgutver-teilung. Durch die zufällige Verteilung kann es sowohl zu Fehlstellen als auch zu Saatgutanhäufungen kommen. Die Einzel-kornsaat erfolgt hingegen durch das Erfassen des einzelnen Saatkorns, dass mit fast gleichmäßigem Abstand in der Saatrille abgelegt wird.In den vergangenen Jahren gab es zahlreiche Neuentwicklungen bei der Einzelkornsätechnik, vor allem Geräte mit einer zentralen Saatgutdosierung, die eine Saat mit hoher Geschwindigkeit und relativ engen Reihenabständen gestatten. Andere Hersteller wie Horsch sind bei den bodennahen Sähaggregaten geblieben, diese verfügen jetzt aber über einen zentralen Saatguttank, von dem aus die einzelnen Aggregate beschickt werden.Die neue Ausgabe der LOP enthält eine Marktübersicht zur Einzelkornsähtechnik mit praxisnahen rläuterungen zu neuen Entwicklungen.
Zwischenfrüchte
Bild: Jung
Untersaaten mit zusätzlichem Nutzen
Rüdiger Jung, Mareile Stever, Rolf Rauber, Heiko Becker, Henriette Burger, Walter Schmidt,Im Maisanbau in erosionsgefährdeten Gebieten stellt die Untersaat einen effizienten Schutz vor Wasser- oder Winderosion dar. Der Pflanzenbewuchs zwischen den Reihen verbessert zudem die Befahrbarkeit des Bodens. Des weiteren ist bekannt, dass Untersaaten den Befall der Deckfrucht durch Blattläuse vermindern. Spätauflaufende Unkräuter sind insbesondere im ökologischen Maisanbau eines der großen Probleme. Im Rahmen eines Forschungsprojektes von der KWS-SAAT AG und der Georg August Universität Göttingen wurden aus acht Untersaatvariationen im Feldversuch das Unkrautunterdrückungsvermögen und die Konkurrenzstärke gegenüber Mais untersucht. Neben den Reinsaaten von Winterroggen, Welschem Weidelweidelgras, Erdklee und Wegwate, kamen Mischsaaten aus diesen Kulturen zum Einsatz. Alle Varianten führten zu einer erheblichen Unkrautunterdrückung von 40 – 80 %. Detailierte Informationen zum Versuch lesen Sie in der neuen Ausgabe der LOP.