SONDERHEFT "MULCH- UND DIREKTSAAT FÜR PROFIS"
(Erscheinungstermin: 16.12.2010)
Diese Praktiker zeigen, wie es geht:
Ein pflugloser Tüftler in der Altmark
Es lässt sich viel Arbeit und Energie einsparen
Betrieb Leitner, Altmark, Sachsen-Anhalt
Es waren vor allem arbeitswirtschaftliche sowie finanzielle Gründe, die Heinz-Dieter Leitner einst zum Umstieg auf die pfluglose Bewirtschaftung bewogen haben. Nun gibt es auch während der Saison plötzlich Tage, an denen der Landwirt nicht auf den Acker muss – eine zunächst ungewohnte Situation. Doch die Vorteile liegen auf der Hand: Einsparungen bei Kraftstoffen, Personal, Technik und auch im Pflanzenschutz. Für Letzteres ist vor allem der konsequente Fruchtwechsel von Halm- und Blattfrucht sowie die Integration von Silomais in die Fruchtfolge verantwortlich.
Die Voraussetzungen für Direktsaat sind günstig, die Stoppelbearbeitung bereits auf einen Arbeitsgang zurückgefahren. Dafür hat der Tüftler eine Eigenkonstruktion entwickelt, welche die Vorteile von Kurzscheibenegge und Schwerstriegel vereint.
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Sind große Investitionen notwendig?
Ohne teure Spezialtechnik geht es auch
Betrieb Reinhard, Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg
Vieles muss der Landwirt bei der Umstellung auf die pfluglose Bodenbearbeitung beachten. Besonders auf kleinen Betrieben erwacht oft Skepsis ob der erwarteten großen Investitionen in angepasste Technik. Michael Reinhard beweist, dass es auch ohne Neuanschaffungen geht. Der Landwirt aus dem badischen Frankenland bewirtschaftet 35 ha mit einem dreibalkigen Grubber, Kreiselegge, Schlägelmulcher sowie einfacher Saattechnik.
Ganz ohne Veränderungen lief die Umstellung dann doch nicht ab. Im Falle des Reinhardschen Betriebs war es die Fruchtfolge, die angepasst werden musste. In der Vergangenheit war der Raps oft den Schnecken zum Opfer gefallen. Die heute angebaute 6-gliedrige Fruchtfolge hat dieses Problem aus der Welt geschafft.
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Mulchsaat am Biogasbetrieb
Pfluglos in der Marsch
Betrieb Albrecht, Nordseemarsch, Schleswig-Holstein
Jan Albrecht war einer der ersten, der im äußersten Norden der Republik auf den Pflug verzichtet hat. Die aluvialen Tonböden der Region brachten ihn dazu, sind diese bei Nässe doch nur schwer zu bearbeiten und eigentlich eher als Grünlandstandort geeignet.
Die 250 kW-Biogasanlage stellt noch einen sehr neuen Betriebszweig dar. In ihrer Folge passte der Landwirt auch die zuvor dominierende enge Weizenfruchtfolge an. Heute baut er Silomais, Winterweizen und Weidelgras im Wechsel an und hofft, so auch das Problem des hohen Ackerfuchsschwanzbesatzes in den Griff zu bekommen. Die bisherige Fruchtfolge aus Winterraps und zweimal Winterweizen bot für das Ungras optimale Entwicklungsbedingungen. Gäbe es den Ackerfuchsschwanz nicht, würde wohl die Mehrheit der Landwirte in der Marsch heute schon auf den Pflug verzichten.
Über Potentiale und Grenzen der pfluglosen Bewirtschaftung im hohen Norden erfahren Sie mehr im Sonderheft.
Direktsaat im Marktfruchtbetrieb - welche Wege führen zum Ziel?
Permanente Direktsaat in Erprobung
Betrieb Sander, Waldenburg, Sachsen
Der gelernte Orgelbauer Thomas Sander ist nicht nur Seiteneinsteiger, sondern auch ein Direktsäer der ersten Stunde. Als er 2004 eine neuseeländische Cross-Slot-Sämaschine erwarb, wurde aus der Direktsaat ein permanenter Zustand. Dabei musste er auch Lehrgeld bezahlen, betrachtet diese Erfahrungen aber als Investition in die Zukunft. Noch mehr als die Mulchsaat trägt der Verzicht auf jegliche Bodenbearbeitung zum Humusaufbau bei, spart Kosten, reduziert die Bodenerosion und verbessert den Wasserhaushalt.
Wichtigste Voraussetzung ist ein konsequenter Fruchtwechsel, aber auch die ständige Bedeckung des Bodens und natürlich eine geeignete Technik.
Noch sind einige Probleme zu lösen – Stichwort Schnecken. Thomas Sander beweist aber schon jetzt eindrucksvoll, dass Direktsaat in Deutschland bei entsprechenden Standortvoraussetzungen ohne Ertragseinbußen funktioniert.
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Mulchsaat in Südhessen
Unter das Stroh säen
Betrieb Schwinge, Wetterau, Hessen
Bereits seit 1998 pfluglos unterwegs, stellten sich am Betrieb von Herbert Schwinge bald nach der Umstellung erste Probleme ein. Die Unterkrume neigte zur Dichtlagerung, Schadschnecken vermehrten sich genauso wie Ackerfuchsschwanz und Trespe. Die Kosten für den Pflanzenschutz stiegen, das Ertragsniveau stagnierte. Noch dazu sah es Schwinge eigentlich als Herausforderung an, seine Flächen so umweltschonend wie möglich zu bewirtschaften. Doch er gab nicht auf und konsultierte externe Experten.
Durch die Beratung ergab sich eine neue Strategie: Den Boden ruhen lassen und ständig bedeckt halten. Heute bearbeitet der Landwirt seine Böden nur mehr bis auf 6 cm, mischt das Stroh möglichst nicht ein und setzt geeignete Technik gezielt für die Unkrautbekämpfung ein. Einen guten Feldaufgang sichert eine Zinkensämaschine.
Und die Erträge: Die sind trotz des Verzichts auf eine tiefere Bodenbearbeitung in den letzten Jahren angestiegen.
Das und vieles mehr über den Betrieb Schwinge lesen Sie im neuen Sonderheft.
Exakte Feldhygiene in Sachsen-Anhalt
Hohe Erträge trotz Trockenheit
Hügelland KG, Liederstädt, Sachsen-Anhalt
520 mm Jahresniederschlag: Das ist nicht viel. Durch die häufigen Trockenperioden im Regenschatten des Harzes schwanken die Erträge in der Region teilweise sehr stark. Familie Rohlfing, die 1.200 ha Ackerland bewirtschaftet, nutzt die Möglichkeiten der konservierenden Bodenbearbeitung aus, um das begrenzte Wasser möglichst effektiv zu nutzen.
Besonders wichtig ist den Rohlfings auch eine exakte Ackerhygiene. Diese könne viel dazu beitragen, die Erträge zu stabilisieren und gleichzeitig Pflanzenschutzkosten einzusparen, so die Betriebsinhaber. Und auch der Entwicklung von Resistenzen wird mit einer ausreichenden Herbiziddosierung entgegengewirkt.
Die regenerativen Energien sind ebenfalls ein Thema am Hof. Lesen Sie mehr dazu im Sonderheft.
Pionierarbeit im Münsterland
Auch intensive Veredelung braucht keinen Pflug
Betrieb Lintel-Hölping, Senden, Nordrhein-Westfalen
Schweine- und Rindermast stören im System der konservierenden Bodenbearbeitung keineswegs. Im Gegenteil: Die intensive organische Düngung unterstützt und intensiviert das Bodenleben. „Ich habe Respekt vor Landwirten mit hohen Leistungen auf dem Feld und im Stall. Noch mehr Respekt habe ich vor denen, die auch noch Spitze bei den Regenwürmern sind“, so Betriebsinhaber Franz-Josef Lintel-Hölping.
Dabei ging es dem Landwirt zunächst bei der Umstellung auf konservierende Bodenbearbeitung vor allem um die eingesparte Arbeitszeit. Heute schätzt er auch die verbesserte Bodenstruktur sehr. Werden die technischen Möglichkeiten der Fahrwerke ausgenutzt, ist auch das Risiko von Bodenverdichtungen durch die Gülleausbringung als gering einzuschätzen.
Wo sich der Pionier aus dem Münsterland seine Informationen herholt, erfahren Sie neben vielen weiteren Details zum Betrieb im Sonderheft.
Ohne Pflug auf Tonböden im Vorteil
20 Jahre pfluglos auf schweren Rötböden
Betrieb Mannel, Wehrshausen, Hessen
Familie Mannel betreibt neben dem Ackerbau ebenso intensive Veredelung auf ihrem Betrieb in Hessen. Bereits seit 1989 bearbeiten sie ihre 130 ha Ackerland ohne Pflug. Warum? Die tonreichen Böden waren nach dem Pflügen trotz intensivster Bearbeitung nur schwer saatfertig zu bekommen. Heute gelingt dies mit Spatenrollegge und separatem Anwalzen sehr gut.
Der Erbsenanbau hat sich anders als bei anderen vorgestellten Betrieben nicht bewährt. Um die engen Fruchtfolgen dennoch mit einer Sommerung aufzulockern, bauen Vater und Sohn heute Hafer an. Der bringt nun auch mehr Abwechslung ins Schweinefutter.
20 Jahre Erfahrungen mit der konservierenden Bodenbearbeitung: Viele wichtige Erkenntnisse aus dieser Zeit finden Sie im neuen Sonderheft.
Konservierende Bodenbearbeitung und ökologischer Landbau in der Praxis
Ein Spezialist für Bodenfruchtbarkeit
Betrieb Braun, Freising, Bayern
Wird der Boden nicht gewendet, droht er immer mehr zu verunkrauten, wenn nicht entsprechende Maßnahmen dagegen gesetzt werden. Viele Praktiker haben bewiesen, dass dieses Problem mit pflanzenbaulichem Wissen und vorhandenen Pflanzenschutztechnologien beherrschbar ist. Im Ökolandbau verlangt der Verzicht auf den Pflug jedoch viel Spezialwissen und ein gutes Gespür für den Boden sowie seine biologischen Zusammenhänge.
Sepp Braun aus der Nähe von Freising ist ein solcher Spezialist. Seit 1994 bearbeitet er seine Flächen nach den Bioland-Richtlinien auf 6 cm ohne tiefere Lockerung. Verunkrautete Flächen kann sich der Landwirt nicht leisten, vermehrt er doch auch Saatgut.
Wie das Unkraut unterdrückt und gleichzeitig der Boden tief gelockert werden kann, erfahren Sie im neuen Sonderheft. Und natürlich wird noch vieles mehr verraten, was die konventionellen Landwirte den Ökobauern abschauen können.
Strip Tillage in der praktischen Erprobung
Streifenweise Mais auf Sand
Betrieb Hirl, Bresegard, Mecklenburg-Vorpommern
Anton Hirl zählte in Norddeutschland zu den Pionieren des Körnermaisanbaus. Zur Zeit wenig lukrativ, verwertet er seinen Mais im Moment vor allem in Biogasanlagen. Aufgrund der schwierigen Marktsituation hat er auch den Anbau anderer Ackerkulturen stark eingeschränkt. Fruchtfolgeprobleme sind bisher noch nicht aufgetraucht.
Fest steht, dass der Boden auf leichten Standorten besonders schonend behandelt werden muss, um hohe Erträge zu erzielen. Anton Hirl fand in der Streifenbearbeitung (Strip Tillage) eine gute Lösung. Das bessere Wasserspeichervermögen zeigt sich an den schönen Beständen, die auch Trockenzeiten gut überdauern können. Sicherere Erträge im Vergleich zum Pflug sind vor allem in Kombination mit einer Depotdüngung möglich.
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