LUMBRICO Ausgabe #22

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Artikelnr.: LUMBRICO_2025_3
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  • Betriebsreportage Main-Tauber-Kreis
    Minimaler Eingriff in Acker und Weinberg: Biologisch und konservierend vereinen
    Michael Grimm aus Külsheim ist „Ackerbauer des Jahres“ 2024 – ausgezeichnet für pfluglosen Bio-Ackerbau, vielfältige Fruchtfolgen und erfolgreichen Weinbau. Das Hofgut Grimm ging aus einem Milchviehbetrieb hervor. Heute werden rund 450 ha Ackerland und 25 ha Weinberge bewirtschaftet, sowie auf Direktvermarktung und ein Hofrestaurant gesetzt. Leguminosen, ultraflache Bodenbearbeitung und dauerhafte Begrünung schützen die Böden vor Erosion und Trockenstress. Die Weinmarke „Koks(b)er(g)“ wuchs von 4.500 auf 50.000 Flaschen im Jahr. Grimms Credo: Wer Bio-Landwirtschaft betreibt, sollte die Wertschöpfung selbst in die Hand nehmen – mit Know-how, Mut und Begeisterung.

  • Gemüsebau in Strip-Till
    Mulchpflanzungen mit streifenförmiger Bodenbearbeitung
    Die konservierende Bodenbearbeitung wird im Gemüsebau bislang nur vereinzelt angewendet, obwohl sie hohes Potenzial mitbringt, um die Erosionsgefahr zu mindern. Über einen Zeitraum von drei Jahren wurde deshalb im Rahmen eines Projektes von EIPAGRI das Strip-Till-Verfahren im ökologischen Gemüsebau untersucht. Dabei wurden die Auswirkungen des Einsatzes von in-situ- (Grünschnittroggen) und Lebendmulch (Erdklee) in Kombination mit reduzierter Bodenbearbeitung sowohl auf die Erträge von Feldgemüse als auch die Bodeneigenschaften näher betrachtet.

  • Mikrobiom stärkt Pflanze
    Pflanzen-Mikroben-Interaktion stärken
    Das Mikrobiom – also die Gesamtheit aller Mikroorganismen an einem Standort – eröffnet neue Möglichkeiten für eine nachhaltige Landwirtschaft, zum Beispiel beim Anbau von Leguminosen. Mikroorganismen verbessern nicht nur die Nährstoffversorgung und Bodenfruchtbarkeit, sondern können Pflanzen auch widerstandsfähiger gegen Krankheiten wie Wurzelfäule machen. Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass resistente Pflanzenlinien bestimmte nützliche Mikroorganismen anreichern können und dass diese Eigenschaft vererbbar ist. Zukünftig könnten daher resistente Sorten über klassische Züchtungsmerkmale hinaus gezielt nach ihrer Fähigkeit zur Rekrutierung förderlicher Mikroben selektiert werden.

  • Säen, walzen, säen
    System Immergrün auf dem Acker
    Das System Planting Green nutzt lebende Zwischenfrüchte zur Bodenbedeckung und ermöglicht eine Direktsaat ohne vorherige Bodenbearbeitung sowie den Einsatz von Totalherbiziden. In einem Praxisversuch in NRW wurden Sommerzwischenfrüchte direkt nach der Ernte ausgesät und im Herbst mechanisch gewalzt, um auf Herbizide zu verzichten. Die Methode fördert Bodenfruchtbarkeit, Stickstoffbindung und Beikrautunterdrückung. Erste Ergebnisse zeigen auch Potenzial zur Reduktion von Düngung und Erosion. Herausfordernd kann die Kontrolle von Schädlingen und die gezielte Steuerung der Stickstofffreisetzung sein.

    Transfermulch
    Bodenfruchtbarkeit verbessern - Wasser und Nährstoffe halten Eine der größten Herausforderungen für die Landwirtschaft der Zukunft sind die immer weniger vorhersagbaren Wetterbedingungen und zunehmende -extreme. Eine Anpassungsstrategie ist die Verwendung von Transfermulch. So kann Erosion vermindert und die Wasseraufnahme des Bodens verbessert werden. Das System wird nicht nur im ökologischen Gemüsebau zur Nährstoffversorgung der Kulturen und Beikrautunterdrückung eingesetzt. Cut & Carry hat sich auch in viehlosen bzw. -armen Ackerbaubetrieben, vorrangig im Kartoffelbau, bewährt. Doch sind es wirklich nur die Nährstoffe im Mulch, die zur Ertragssteigerung führen?

  • Biodiversität: Schaderreger natürlich regulieren
    Diversifizierung durch Mischkulturen und Blühstreifen
    Im ökologischen Ackerbau können Mischkulturen und Blühstreifen zur natürlichen Regulierung von Schaderregern beitragen. im Rahmen eines zweijährigen Feldversuchs auf dem Wiesengut der Universität Bonn wurden unterschiedliche Mischungen mit und ohne angrenzenden Blühstreifen untersucht. Erfasst wurden Blattlausbefall, das Auftreten natürlicher Gegenspieler, die Unkrautvegetation sowie die Erträge. Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial von Diversifizierungsmaßnahmen für robuste und produktive Ökosysteme im ökologischen Landbau.

  • Mähdruschtechnik
    Beikrautsamen beim Drusch auffangen - Segetalflora stärken, Unkräuter kontrollieren
    Nachhaltiges Beikrautmanagement bleibt im ökologischen Landbau eine große Herausforderung. Ziel sollte sein, vorrangig solche Arten zu erfassen, die aus wirtschaftlichen Gründen für die Landwirtschaft problematisch sind. In einem vom Land Hessen geförderten Projekt wird dazu eine innovative Technik weiterentwickelt und erprobt, die beim Mähdrusch Samen von Beikrautarten in einem gesonderten Tank auffängt. Diese gelangen damit in geringerer Menge in den Samenvorrat des Bodens und können bei Anlegen von Beikrautstreifen am Ackerrand zur landschaftlichen Biodiversität sowie zur Erfüllung von ökologischen Funktionen und Leistungen dieser Artengruppe beitragen.

Inhaltsverzeichnis

  • Betriebsreportage Main-Tauber-Kreis
    Minimaler Eingriff in Acker und Weinberg
    Biologisch und konservierend vereinen

  • Gemüsebau in Strip-Till
    Mulchpflanzungen mit streifenförmiger Bodenbearbeitung

  • Mikrobiom stärkt Pflanze
    Pflanzen-Mikroben-Interaktion stärken

  • Säen, walzen, säen
    System Immergrün auf dem Acker

  • Transfermulch
    Bodenfruchtbarkeit verbessern
    Wasser und Nährstoffe halten

  • Biodiversität: Schaderreger natürlich regulieren
    Diversifizierung durch Mischkulturen und Blühstreifen

  • Mähdruschtechnik
    Beikrautsamen beim Drusch auffangen
    Segetalflora stärken, Unkräuter kontrollieren

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