LUMBRICO Ausgabe #24

34,90 
Artikelnr.: LUMBRICO_2026_2

Betriebsreportage aus Niedersachsen
Kleegras als Motor in der Fruchtfolge
Angepasste Fruchtfolgen reduzieren den Unkrautdruck

Ackerbau / Temporäre Direktsaat
Die Regenwürmer profitieren
Einfluss von Anbausystemen auf die Regenwurmpopulation

Winterraps / Beisaaten
Raps bekommt Nachbarn
Beisaaten im Winterraps:
Vielfältiger Nutzen für den ökologischen Anbau

Mais / Untersaaten
Erosionsschutz beim Öko-Mais:
Lohnen sich gleichzeitig gesäte Untersaaten?

Biologie / Bodengesundheit
Bodengesundheit messbar machen
Methodenentwicklung für ein zukünftiges Bodenbiodiversitäts-Monitoring

Agroforstwirtschaft / Mikroklima
Antwort auf zunehmende Wetterextreme
Förderung des Bodenlebens und der Bodengesundheit durch Agroforstwirtschaft

Direktsaat / Sojabohnen
Schutz vor Bodenerosion
Direktsaat von Sojabohnen und Kichererbsen in Grünschnittroggen

Pflanzenbau / Sommergerste
Vorsprung im Wachstum
Anbau von Sommerbraugerste im Herbst

Inhaltsverzeichnis

  • Angepasste Fruchtfolgen reduzieren den Unkrautdruck
    Kleegras als Motor in der Fruchtfolge
    Der Naturlandhof in Hornburg wurde bereits 2009 auf ökologischen Landbau umgestellt. Nachdem sich zunächst eine stärkere Verunkrautung eingestellt hat, konnte der Betriebsleiter den Unkrautdruck durch einen konsequenten Fruchtwechsel, eine angepasste Bodenbearbeitung sowie einen ausgedehnten Zwischenfruchtanbau wieder deutlich reduzieren. Mit dem Einsatz von Bullenmist, Champost und Haarmehlpellets sowie dem Anbau von Luzerne-Kleegras kann eine gute Nährstoffversorgung der Bestände abgesichert werden. Dadurch erzeugt der Betrieb bereits seit einigen Jahren relativ hohe und sichere Erträge.

  • Einfluss von Anbausystemen mit reduzierter Bodenbearbeitung auf die Regenwurmpopulation – Temporäre Direktsaat von Winterweizen und Körnermais im Ökolandbau:
    Die Regenwürmer profitieren
    Direktsaatsysteme mit intensivem Zwischenfruchtanbau fördern den Bodenschutz und bieten eine Anpassungsmöglichkeit an Extremwetterereignisse. Wie diese Systeme temporär auch im Ökolandbau umgesetzt werden können, wurde vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg für Winterweizen und Körnermais auf zwei Betrieben in der Rheinebene untersucht. Ausschlaggebend für das Ertragsniveau ist eine gute Stickstoffnachlieferung, um die fehlende Mineralisierung im temporären Direktsaatsystem auszugleichen. Der intensive Zwischenfruchtanbau, insbesondere in Kombination mit dem Pflugverzicht, wirkte sich überraschend positiv auf die Regenwurmpopulation aus.

  • Beisaaten im Winterraps: Vielfältiger Nutzen für den ökologischen Anbau
    Raps bekommt Nachbarn
    Beisaaten im Winterraps sind ein aktiver, präventiver Stein des integrierten Pflanzenschutzes. Das Projekt „Raps-OP“ brachte über 3 Jahre (2020 bis 2024) an fünf verschiedenen Standorten neue Erkenntnisse. Beisaaten wirkten sich nicht negativ auf den Ertrag aus. Sie können eine Reduktion des Schädlingsbefalls bewirken, allerdings nicht an jedem Standort in jedem Jahr oder gegen jeden Schädling. Die Pflanzen können dabei je nach Funktion als „Trap-Crop“ (Fangpflanze) oder „Nurse-Crop“ (Pflegepflanze) beschrieben werden. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl potenzieller Effekte, die sich auch auf Nährstoffmobilisierung/-fixierung, Bodenleben, Bodengefüge, Humusaufbau, Unkrautunterdrückung, Wasserhaushalt und Biodiversität auswirken.

  • Lohnen sich gleichzeitig gesäte Untersaaten?
    Erosionsschutz beim Öko-Mais
    An der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) wurde ein Anbauverfahren mit gleichzeitig gesäter Untersaat als Erosionsschutz entwickelt und anschließend erprobt. Alle Untersaaten führten zu einem Minderertrag beim Silomais und einem deutlich reduzierten Deckungsbeitrag. Andererseits wurde ein frühzeitiger und effektiver Erosionsschutz durch die Untersaaten erreicht. In der landwirtschaftlichen Praxis müssen die Vorteile des Bodenschutzes gegen den deutlich geringeren ökonomischen Ertrag abgewogen werden. Ein Kompromiss könnte das Mulchen des Unkrauts ohne Untersaat anstelle des Hackens und Striegeln sein.

  • Methodenentwicklung im Dauerfeldversuch in Bernburg als Baustein für ein zukünftiges Bodenbiodiversitäts-Monitoring
    Bodengesundheit messbar machen
    In einem Dauerfeldversuch am Standort Bernburg wurden auf einem Lössboden bei differenzierter Bewirtschaftung Untersuchungen zur mikrobiellen Aktivität und mikrobiellen Bodenbiodiversität durchgeführt. Ziel war es, den Zustand der Böden bei definierter Bewirtschaftung im Hinblick auf die Bodengesundheit und die Bodenfruchtbarkeit zu erfassen und geeignete Methoden für den Aufbau eines langfristigen Monitorings der Bodenbiodiversität zu etablieren. Die Untersuchungen zeigten, dass sich die ökologisch bewirtschaftete Variante durch eine größere mikrobielle Aktivität, eine höhere funktionelle Diversität, eine differenziertere Netzwerkstruktur und eine bessere Anpassungsfähigkeit gegenüber Umweltstressoren auszeichnete.

  • Positive Beeinflussung des Mikroklimas durch Agroforstwirtschaft
    Antwort auf zunehmende Wetterextreme
    Immer mehr landwirtschaftliche Betriebe erkennen die Vorteile der Agroforstwirtschaft und legen entsprechende Systeme an. Gehölze in Agroforstsystemen kühlen die Umgebung durch Verdunstung (Transpiration) und verringern gleichzeitig die potenzielle Verdunstung von Wasser aus dem Boden (Evaporation) sowie von Ackerkulturen (Transpiration). Sie können somit das Mikroklima für die landwirtschaftliche Produktion insbesondere mit zunehmende Wetterextremen verbessern. Agroforstwirtschaft vermindert darüber hinaus die Bodenerosion, fördert das Bodenleben sowie den Humusaufbau und erhöht die Wasserinfiltrationsfähigkeit des Bodens. Zudem fungieren Agroforstsysteme nachweislich als Kohlenstoffsenke und gelten als eine sehr effiziente Methode des Carbon Farming. Das System muss jedoch immer standortangepasst sein. Immer mehr landwirtschaftliche Betriebe erkennen die Vorteile der Agroforstwirtschaft und legen entsprechende Systeme an. Gehölze in Agroforstsystemen kühlen die Umgebung durch Verdunstung (Transpiration) und verringern gleichzeitig die potenzielle Verdunstung von Wasser aus dem Boden (Evaporation) sowie von Ackerkulturen (Transpiration). Sie können somit das Mikroklima für die landwirtschaftliche Produktion insbesondere mit zunehmende Wetterextremen verbessern. Agroforstwirtschaft vermindert darüber hinaus die Bodenerosion, fördert das Bodenleben sowie den Humusaufbau und erhöht die Wasserinfiltrationsfähigkeit des Bodens. Zudem fungieren Agroforstsysteme nachweislich als Kohlenstoffsenke und gelten als eine sehr effiziente Methode des Carbon Farming. Das System muss jedoch immer standortangepasst sein.

  • Direktsaat von Sojabohnen und Kichererbsen in Grünschnittroggen
    Schutz vor Bodenerosion
    In Praxisversuchen konnte eine Direktsaat von Sojabohnen und Kichererbsen erfolgreich demonstriert werden. Im Planting-Green-Verfahren wurden zwar keine Höchsterträge erreicht, aufgrund der Kosteneinsparung gibt es aber oftmals gute Deckungsbeiträge. Voraussetzung für eine Direktsaat im Planting-Green-Verfahren ist ein ausreichend dichter und gleichmäßig entwickelter Roggenbestand. Zu beachten ist ein möglicher Roggendurchwuchs in der Folgefrucht. Das Verfahren ermöglicht eine gute Bodenbedeckung, wodurch es einen wirksamen Erosionsschutz bietet und die Bodenfruchtbarkeit fördert.
  • Erfahrungen aus Oberösterreich: Anbau von Sommerbraugerste im Herbst
    Vorsprung im Wachstum
    Dem Gedanken der Regionalität entsprechend spielt für Brauereien die Versorgung mit heimischer Braugerste immer öfter eine Rolle. Bedeutender ist ihre Herkunft sogar noch bei manchen Bio-Bieren. Positive Erfahrungen mehrerer Jahre im Trockengebiet Niederösterreichs waren nach einigen sehr herausfordernden Anbaujahren der Impuls, um in immer kürzeren Abständen Versuche zum Anbau von Sommergerste im Herbst in Oberösterreich anzulegen. Für hohe Erträge und Qualitäten müssen jedoch Sortenwahl, Saatstärke, Saattermin und Düngung optimal angepasst werden. Dem Gedanken der Regionalität entsprechend spielt für Brauereien die Versorgung mit heimischer Braugerste immer öfter eine Rolle. Bedeutender ist ihre Herkunft sogar noch bei manchen Bio-Bieren. Positive Erfahrungen mehrerer Jahre im Trockengebiet Niederösterreichs waren nach einigen sehr herausfordernden Anbaujahren der Impuls, um in immer kürzeren Abständen Versuche zum Anbau von Sommergerste im Herbst in Oberösterreich anzulegen. Für hohe Erträge und Qualitäten müssen jedoch Sortenwahl, Saatstärke, Saattermin und Düngung optimal angepasst werden.

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