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aktiver Regenwurm im Bodenraum

Bodenerosion und Hochwasser - landwirtschaftliche Schutzmaßnahmen

Mitte Juli 2021 gab es in Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ergiebige Niederschläge, die zu schweren Überschwemmungen und in deren Folge zu Bodenerosion, zahlreichen Toten und Milliardenschäden geführt haben. Angesichts zunehmender Starkregenereignisse stellt sich die Frage, wie derartigen Schäden durch Bodenerosion und Hochwasser vorgebeugt werden kann. Das Augenmerk muss somit verstärkt auf die Ursache der Ereignisse gelegt werden. Hierbei gilt zu klären, wie die Regenverdaulichkeit in der Fläche verbessert werden kann, damit das Wasser nicht an der Bodenoberfläche abläuft und zu Bodenerosion sowie Hochwasser führt. Ziel ist es, dass bei Starkregen möglichst viel Wasser schnell im Boden versickert und die Grundwasserspeicher sich füllen, um das Schadensausmaß bei Hochwasser zu reduzieren. Hochwasservorsorge sollte sich daher nicht allein auf den Bau von Hochwasserschutzanlagen beschränken, sondern mit einer angepassten und schonenden Bodennutzung beginnen.

Maßnahmen gegen Bodenerosion, zum Hochwasserschutz

Die Flächennutzung ist ein zentraler Aspekt, um ein schnelles abfließen von Regenwasser zu unterstützen. Dazu leisten tiefgrabende Regenwürmer einen äußerst wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz und als Maßnahme gegen Bodenerosion. Mit ihren bis zu drei Meter tiefen Gängen schaffen sie ein leistungsfähiges Porensystem. Darüber können selbst enorme Regenmengen in kürzester Zeit versickern. Kommt dann noch eine permanente Bodenbedeckung hinzu, bringt dies sowohl für die Regenwürmer wie auch für den Erosionsschutz erhebliche Vorteile. Eine intakte Bodenstruktur und dichte Pflanzendecke mindert das Risiko von Bodenerosionen. Weitere Bausteine für eine bessere Regenverdaulichkeit der Böden ist der Schutz vor Bodenverdichtungen z.B. über CTF-Systeme oder die Technologie der Gülleverschlauchung.

Vermeidung von Bodenerosion mit Mulch- und Direktsaat

Zusätzlich ist eine weitgehende Reduktion der Eingriffsintensität bis hin zur Direktsaat zum Schutz vor Bodenverdichtungen in Betracht zu ziehen. Vor allem beim Anbau abflussfördernden Kulturen, wie Mais oder Zuckerrüben, können Mulch- und Direktsaat hinsichtlich der Wasserinfiltration vorteilhaft sein. Böden, die vor dem Einsetzten von großen Niederschlagsmengen durch die Vegetation oder Mulch geschützt sind und keine Bodenverdichtungen aufweisen, können Regenwasser über längere Zeit halten und es kommt zu weniger Oberflächenabfluss. Weiter wirken sich erweiterte Fruchtfolgen mit einem hohen Anteil an Zwischenfrüchten und mehrjährigem Ackerfutter positiv als Maßnahme gegen Bodenerosion aus. Wer zudem Regenwürmer fördern will, muss auch den Kalkhaushalt der Böden in Ordnung bringen.

 Eine flächendeckende Förderung und Beratung zu Maßnahmen, welche die Infiltration der Böden verbessern und die Erosionsgefahr verringern, kann damit wesentlich zu einem vorbeugendem Hochwasserschutz beitragen. Viele Erfahrungen zeigen, dass sich der Oberflächenabfluss mit langjähriger Mulch- und Direktsaat auf ein Minimum deutlich reduzieren lässt, selbst wenn außergewöhnlich hohe Niederschläge fallen. Ein wichtiges Werkzeug für den Verzicht auf eine erosionsfördernde Bodenbearbeitung ist allerdings der Wirkstoff Glyphosat. Hier lässt sich diskutieren, in welchem Verhältnis ein vorbeugender Hochwasserschutz zu den möglichen ökotoxikologischen Problemen beim fachgerechten Einsatz von Glyphosat steht.

Risiko für Hochwasser und Bodenerosion minimieren

Durch die zunehmende Bodenversiegelung, beispielsweise von Siedlungs- oder Gewerbeflächen sowie das geringe Wasserhaltevermögen von land- und forstwirtschaftlichen Flächen nimmt das Hochwasserrisiko bei großen Niederschlagsmengen zu. Beim Hochwasserschutz sollten somit zusätzlich vorbeugende Maßnahmen, unter anderem zur Verbesserung des Wasserrückhaltes im Boden, mehr Beachtung finden. Sicher können - auch mit einer gesteigerten Wasserspeicherkapazität des Bodens - Hochwasserereignisse nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Jedoch können die Schäden und Auswirkungen mit vorbeugenden Maßnahmen gegen Bodenerosion zum Hochwasserschutz minimieren lassen. Jeder Kubikmeter Wasser, der im Boden gehalten werden kann, kann das Schadensausmaß minimieren.

 

 

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