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Collage aus vier Bildern, Kleegrasmahd, Kompostmiete, Mulch, Zwischenfruechte

Bodenfruchtbarkeit steigern in viehlosen Ökobetrieben

Bodenfruchtbarkeit erhalten ohne tierischen Dünger

Mittlerweile sind Ökobetriebe mit wenigen oder keinen Tieren keine Ausnahmen mehr. Problematisch ist jedoch, dass zum einen in diesen Betriebsformen tierische Wirtschaftsdünger nicht oder nur kaum zur Verfügung stehen. Zum anderen kann Kleegras, dass zur Stärkung der Bodenfruchtbarkeit notwendig ist, nicht als Futter genutzt werden.

In der Folge reduziert sich oftmals der Kleegrasanbau und der Aufwuchs wird gemulcht. Dies mindert die positive Wirkung der Nährstoff- und Humuszufuhr, Beikrautunterdrückung sowie phytosanitärer Aspekte auf den Boden. Hier gilt es Alternativen zu finden, um in Ökobetrieben mit wenig oder keinen Tieren auf diese Weise die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten. Im Rahmen des EIP-Forschungsprojektes BRAVÖ wurden einige dieser Maßnahmen hinsichtlich ökonomischer und ökologischer Nachhaltigkeit untersucht.

Untersuchte Maßnahmen zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit

Im Rahmen des Projektes BRAVÖ wurden vier alternative Maßnahmen untersucht, die eine Stärkung der Bodenfruchtbarkeit unter dem Aspekt der fehlenden Verfügbarkeit an tierischen Dünger vermuten lassen. Folgende Maßnahmen wurden auf insgesamt neun viehlos oder -arm wirtschaftenden Ökobetrieben in Baden-Württemberg betrachtet:

  • Leguminosendichtsaat: Körnerleguminosen werden angebaut und anschließend eingearbeitet.
  • Kleegrastransfer (frisch und siliert): Der Kleegrasanbau erfolgt betriebsüblich, entweder als Reinsaat oder als Untersaat, zum Beispiel im Getreide. Der Aufwuchs wird dabei nicht gemulcht oder verkauft, sondern als Frischmasse oder als Silage auf Ackerkulturen wie Weizen ausgebracht. Mit der Silagebereitung wird ein Düngemittel erzeugt, das sich zur Lagerung eignet und zu unterschiedlichen Ausbringungszeitpunkten zur Verfügung steht. Im Gegensatz dazu ist die direkte Nutzung der Frischmasse teilweise eingeschränkt, da beispielsweise im Frühjahr aufgrund der Bestandsentwicklung die Düngung von einigen Winterkulturen nicht mehr möglich ist.
  • Kompost (intern und extern): Kompost, der zugekauft oder im Betrieb selbst erzeugt wird. Die Herstellung von Kompost erfolgt mit entsprechenden Ausgangssubstraten, wie (tierischem) Mist, Traubentrester, Bodenmaterial, pflanzlichen Abfällen (Gemüseproduktion) und biodynamischen Präparaten. Die Kompostmieten stehen mehrere Wochen und werden je nach Temperatur und Sauerstoffgehalt gewendet.
  • Intensiver Zwischenfruchtanbau: Bei dieser Maßnahme werden Zwischenfrüchte intensiv angebaut und verschiedene Möglichkeiten zur Optimierung erprobt. Dazu zählt beispielsweise die Wirkung des Zwischenfruchtanbaus sowie verschiedener Varianten der Bodenbearbeitung auf die Folgekultur, oder auch der Einsatz schnellkeimender Mischungen, um die Humusbilanz auszugleichen.

Ökonomische und ökologische Bewertung der Maßnahmen

Insgesamt zeigten die untersuchten Maßnahmen zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit eine hohe Rentabilität. Dies wird vor allem durch die Veranschlagung der Nährstoffzufuhr mit relativ hohen Reinnährstoffpreisen für ökologische Handelsdüngemittel begünstigt. Andere positive Effekte wie die Verbesserung der Bodenstruktur, die auch direkten Einfluss auf die -fruchtbarkeit hat, konnten dagegen in der Bewertung monetär nicht berücksichtigt werden.

Die Ergebnisse des Projektes sollten zunächst als Tendenzen angesehen werden, da einige Daten lediglich als Schätzwerte vorliegen. Dies erschwert eine exakte Berechnung. Die Wirtschaftlichkeit einer Maßnahme hängt zudem sehr von betriebsspezifischen Voraussetzungen wie der regionalen Verfügbarkeit von Ausgangssubstraten und der Mechanisierung des Betriebes ab.

Alle Details und Ergebnisse der Untersuchung zu den unterschiedlichen Maßnahmen zur Stärkung der Bodenfruchtbarkeit in viehlosen oder -armen Ökobetrieben finden Sie im LUMBRICO (Ausgabe #10). Lesen Sie im Beitrag "Viehlose Innovationen – Ökologischer und ökonomischer Vergleich: Bodenfruchtbarkeit steigern ohne tierischen Dünger" von Sabrina Francksen, Dr. Sabine Zikeli (Universität Hohenheim) und Prof. Maria Müller-Lindenlauf (Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen), wie die einzelnen Maßnahmen zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit abgeschnitten haben. Sie finden in dem Beitrag detailliert – mit Kostenbewertung- die ökologische und ökonomische Bilanz für jede einzelne Maßnahme.

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