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Gülle-Strip-Till auf Acker
N. Tauchnitz

Gülle-Strip-Till: Nährstoffe an die Wurzel bringen

Die Steigerung der Stickstoff-Effizienz bei der Düngung hat im Zuge der Umsetzung umwelt- und klimapolitischer Ziele einen großen Stellenwert. Insbesondere bei Wirtschaftsdüngern wie Gülle und Gärresten ist nach geltender Düngeverordnung ein noch effizienterer Einsatz verpflichtend. Nährstoffeffizienten Ausbringungstechniken kommt somit immer mehr Bedeutung zu.

Als ein nährstoffeffizientes Verfahren bei der Ausbringung flüssiger Wirtschaftsdünger wird das Gülle-Strip-Till-Verfahren eingeschätzt. Dieses Verfahren kombiniert die konservierende Bodenbearbeitung in Form der Streifenbearbeitung (strip tillage) mit der platzierten Gülle-Düngung (Gülle-Injektion). Die Streifenbearbeitung ist ein für Reihenkulturen geeignetes Bodenbearbeitungsverfahren. Der Boden wird hier nur in der künftigen Saatreihe gelockert, während etwa zwei Drittel der Fläche mit Pflanzenmaterial (Mulch) bedeckt bleiben.

In dreijährigen Parzellenversuchen an zwei Standorten in Sachsen-Anhalt (Lückstedt, Quellendorf) wurde geprüft, was das Gülle-Strip-Till-Verfahren im Hinblick auf eine nährstoffeffiziente Düngung leisten kann.

Gülle-Strip-Till: Stabile Ammonium-Depots

Die Versuche zeigten unter anderem, dass durch den Einsatz von Nitrifikationshemmstoffen im Gülle-Strip-Till-Verfahren eine Stabilität der Ammonium-Depots in der Gülle von 30 bis zu 40 Tagen nach der Düngung erreicht werden konnte. Im Vergleich zu den Gülle-Strip-Till-Varianten war bei der ganzflächigen Gülleausbringung kaum ein Effekt durch den Zusatz des Nitrifikationshemmstoffes nachweisbar. Der Ammonium-N der Gülle wurde hier relativ schnell in Nitrat umgewandelt.

Die positiven Effekte einer ammoniumbetonten Ernährung der Maispflanzen wurden auch auf Grundlage der Wurzeluntersuchungen sichtbar. Gülle-Strip-Till Das zeigte sich anhand einer verstärkten Ausbildung von Fein- und Seitenwurzeln, die eine verbesserte Wasser- und Nährstoffaufnahme ermöglichen.

Gülle-Strip-Till: Mehrerträge und effizientere N-Entzüge

Der Vergleich der ermittelten Trockenmasse-Erträge und N-Entzüge bei den eingesetzten Verfahren ergab, dass das Gülle-Strip-Till-Verfahren gegenüber der ganzflächigen Gülle- / Gärrestausbringung aufgrund höherer erzielter TM-Erträge und N-Entzüge im Vorteil war. Die größten Unterschiede zwischen den geprüften Varianten wurden in den frühen Wachstumsstadien der Maispflanzen erfasst.

Die Auswertung der Versuche ergab zudem eine höhere N-Verwertungseffizienz des Düngers bei den Gülle-Strip-Till-Varianten.

Mögliche Probleme beim Einsatz von Gülle-Strip-Till

Neben den positiven Effekten wurden bei den Versuchen auch Probleme der Gülle-Strip-Till-Technik erkannt:

  • Das betraf vor allem fehlerhafte Geräteeinstellung und Schare, die auf leichten Syndböden zu einer Überlockerung des Bodens führten.
  • Auf schweren, sehr bindigen Böden traten teilweise Verdichtungen auf

Die Versuche haben gezeigt, dass hohe technische Anforderungen an die Genauigkeit bei der Streifenbearbeitung und der darauffolgenden Aussaat bestehen, die genau aufeinander abgestimmte Geräte und RTL-Lenksysteme erfordern.

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