. Redaktion

Hackgerät mit Kamera frü mechanische Beikrautkontrolle
J. Machleb

Mechanische Beikrautkontrolle: Hacken mit Kamera

Bisher wurden Hacken meist nur in Kulturen mit weiteren Reihenabständen eingesetzt. Gründe dafür sind, dass eine manuelle Steuerung bei engen Reihenabständen auf Dauer sehr ermüdend ist und die Kamerasysteme bisher noch nicht so weit entwickelt waren, um auch bei geringen Reihenweiten zuverlässig zu arbeiten. Aus diesem Grund wurden an der Universität Hohenheim in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg Versuche mit einer kameragesteuerten Hacke bei engen Reihenabständen durchgeführt.

Das Vorhaben zielt darauf ab, auch in konventionell arbeitenden Betrieben alternative Unkrautbekämpfungsstrategien als Ergänzung zu Herbiziden zu etablieren. Dazu wurde 2019 auf der Versuchsstation Ihinger Hof bei Renningen ein Versuch in Winterweizen mit 15 cm Reihenabstand angelegt. Der eingesetzte Striegel war das Modell Aerostar von Einböck mit ebenfalls 3 m Arbeitsbreite und einem Striegelzinkendurchmesser von 8 mm. Die Hacke mit 3 m Arbeitsbreite stellte K.U.L.T. (Kress Umweltschonende Landtechnik) bereit. Mit Hilfe eines hydraulischen Verschieberahmens kann die Hacke 25 cm links bzw. rechts verschoben werden.

Reihenabstand individuell einstellen

Eine Steuerung der Hacke erfolgt mit einem Kamerasystem von Tillett and Hague Technology Ltd. Dieses System hat den Vorteil, dass der Reihenabstand individuell eingestellt werden kann. Somit können auch sehr schmale Reihenweiten erkannt werden. Ein Terminal mit Touchdisplay gibt Auskunft über das Sichtfeld der Kamera und ermöglicht unterschiedliche Einstellmöglichkeiten. So kann z. B. auch die Farbe der Kultur angepasst werden. Dies erlaubt den sicheren Einsatz auch in Kulturen wie Rotkohl.

Flachhackschare besser als Gänsefüße

Bei der Wahl des richtigen Hackschars haben vorherige Versuche gezeigt, dass sich Flachhackschare am besten bewähren. Im Gegensatz zu den sonst üblichen Gänsefußscharen besitzen sie keine Wölbung. Dies führt zu weniger Bodenbewegung während des Hackens. Zwar ist ein gewisser Verschüttungseffekt durch die Hackschare erwünscht, dieser darf aber auch nicht zu stark ausfallen.

Insbesondere bei Reihenabständen von 12,5 oder 15,0 cm kann ansonsten schnell zu viel Erde auf die Reihen gehäufelt werden. Wenn zu aggressive Hackschare verwendet werden, können außerdem bei trockenen Bodenverhältnissen größere Bodenkluten herausgerissen werden. Das Resultat wäre ebenfalls eine Schädigung der Getreidepflanzen. Flachhackschare arbeiten sehr effektiv und haben nur eine moderate Verschüttungswirkung. Dadurch können auch höhere Fahrgeschwindigkeiten genutzt werden, ohne die Kulturpflanzen zu stark zu verschütten.

Hacken mit Kamera: Fahrgeschwindigkeiten von 8 km/h

In dem Versuch wurden während des Hackens nur Arbeitsgeschwindigkeiten von 4 und 8 km/h getestet. Mit der Kamerasteuerung war dabei auch eine Fahrgeschwindigkeit von 8 km/h möglich. Abseits des Versuchs wurde die Arbeitsgeschwindigkeit auf bis zu 15 km/h erhöht, wobei das Kamerasystem immer noch ausreichend genau gearbeitet hat. Problem bei solchen Geschwindigkeiten ist jedoch, dass die Verschüttung des Weizens selbst mit Flachhackscharen zu groß wäre. Auch wenn sich dadurch die Schlagkraft enorm steigern ließe, würde so mehr Schaden als Nutzen angerichtet.

. Redaktion

Zurück