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Mischanbau von Mais und Stangenbohne
Foto: B. Darnhofer

Mischanbau von Mais mit Stangenbohnen

Der gemeinsame Anbau von Mais und Stangenbohnen hat in den vergangenen Jahren zunehmend das Interesse von Forschung und Landwirtschaft geweckt. Der Mais stützt dabei die Bohne und bildet den energiereichen Hauptertragspartner. Die Stangenbohne fördert die Biodiversität im Bestand, sorgt für eine bessere Ausnutzung der verfügbaren Nährstoffe, kann unkrautunterdrückend wirken und steuert Eiweiß zur Silage bei. Die LfL Bayern hat sich dem Thema in Form mehrjähriger Versuche gewidmet.

Nachdem lange das Phasin, eine giftige Aminosäureverbindung, die vor allem in den Hülsen der Bohnen vorhanden ist, als kritischer Punkt beim Einsatz für die Fütterung gesehen wurde, wurden inzwischen Stangenbohnensorten mit sehr niedrigen Phasingehalten selektiert. Damit spricht dieser Inhaltsstoff nicht mehr gegen den Anbau zur Fütterung in der Rinderhaltung. Nach der Silierung waren in den Versuchen der LfL Bayern selbst bei Bohnensorten mit höheren Phasingehalten keine relevanten Gehalte mehr feststellbar. Eine weitere Verdünnung erfolgt durch die Mischung mit anderen Futtermitteln bei der Erstellung der Gesamtration.

Mischanbau: Kriterien für die Wahl der Bohnensorte

Mittlerweile sind verschiedene Stangenbohnensorten mit hohem Ertragspotenzial für den Mischanbau zugelassen. Nachdem wichtige Kriterien wie Kleinkörnigkeit oder Phasinarmut züchterisch erfolgreich bearbeitet werden konnten, stehen jetzt Eigenschaften wie Kühle-/Kältetoleranz im Frühjahr oder ein hoher Anteil gut ausgebildeter, proteinreicher Hülsen zur Ernte auf der Agenda.

Auch die Toleranz gegenüber hohen Temperaturen zur Blüte ist ein wichtiges Kriterium. Sobald bestimmte Temperaturen überschritten werden, werfen viele Bohnensorten ihre Blüten ab. Dies war im heißen Jahr 2018 gut zu sehen. Als es wieder kühler wurde, wurden wieder Hülsen angesetzt. Diese waren aber zur Ernte teilweise nur schwach gefüllt, weil der Entwicklungszeitraum zu kurz war.

Im Hinblick auf eine positive Wirkung für Insekten sind fremdbefruchtende Bohnen wie die Feuerbohne interessant. Die typische Feuerbohne, die bei uns im Garten angebaut wird, hat allerdings ein viel zu hohes TKG, was zu hohen Saatgutkosten und technischen Problemen bei der Aussaat führt. Da es aber bei den Feuerbohnen eine breite genetische Variation gibt, die züchterisch genutzt werden könnte, besteht die Chance Genotypen zu züchten, die für den gemeinsamen Anbau mit Mais geeignet sind.

Kriterien für die Wahl des Mais-Partners

Wer Mais-Stangenbohnen-Mischungen anbauen möchte, kann inzwischen auf fertige Saatgutmischungen verschiedener Züchter zurückgreifen. Alternativ kann selbst gemischt werden. Da in der Regel reiner Mais wie auch die Mischung zusammen siliert werden, sollte eine früher abreifende Maissorte für die Mischung gewählt werden als für den Reinanbau.

Die Stangenbohne erreicht zur Ernte einen TS-Gehalt von etwa 20 % und kann bei einer guten Bestandesentwicklung den TS-Gehalt der Mischung deutlich reduzieren. Zudem sind Standfestigkeit und Stängelfäuleresistenz sehr wichtig, da die Maispflanze bei einer guten Bohnenentwicklung sehr hohe Gewichte tragen muss. Eine kolbenbetonte, stärkereiche Sorte ist von Vorteil, da eine Erhöhung des Rohproteingehalts in der Regel mit einer Reduzierung des Stärkegehalts verbunden ist.

Mischanbau von Mais und Bohne: Standortansprüche

Der Standort für den Mischanbau von Mais und Stangenbohne sollte nicht zu trocken sein, da die Stangenbohnen einen hohen Keimwasserbedarf haben. Zudem muss die Wasserversorgung für eine höhere Bestandesdichte ausreichen als bei reinem Mais. Eine zeitige Erwärmung im Frühjahr ist von Vorteil, um eine möglichst lange Vegetationsperiode nutzen zu können. Da die Stangenbohne frostempfindlich ist, ist an gefährdeten Standorten von einer Aussaat vor den „Eisheiligen“ abzuraten.

Standorte mit problematischen Unkräutern und Ungräsern sollten gemieden werden, da die Bekämpfungsmöglichkeiten eingeschränkt sind. Ein erfolgreicher Anbau in Direktsaat ist daher nur schwer zu realisieren, der Anbau mit Mulchsaat hingegen möglich. Im ökologischen Anbau kann gestriegelt und gehackt werden. Beim Anhäufeln zu den Reihen ist darauf zu achten, dass auch die Bohnen eine ausreichende Pflanzenlänge erreicht haben.

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