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Knoellchenbakterien bei Leguminosen und Sojafeld
Fotos: Fabian von Beesten

Leguminosen: So gelingt die Knöllchenbildung

Leguminosen sind ein Schlüssel für die Bodenfruchtbarkeit und gesunde Fruchtfolgen. Mit einer intensiven Knöllchenbildung können sie einen erheblichen Teil zur N-Versorgung der Fruchtfolge beitragen. Weltweit ist der Anteil der Leguminosen an der Stickstoffversorgung der Landwirtschaft mit 30 bis 50 Prozent nach wie vor erheblich.

Manche Betriebe können sich regelmäßig über üppige, tiefrote Wurzelknöllchen an Klee, Lupine oder Soja freuen – bei anderen geht es hingegen schief. Was brauchen Pflanzen und Rhizobakterien, um gemeinsam produktive Knöllchen entwickeln zu können?

Hochwertige Impfmittel sind mittlerweile für fast alle Kulturen verfügbar, Know-how zu den Details der Impfung selber ebenso. Daher sollen nachfolgend einige praxisrelevante Details der biologischen N-Fixierung beschrieben werden.

Bei welchen Leguminosen-Arten lohnt sich die Impfung?

Die Strategien beim Impfen gehen stark auseinander. Manche Betriebe impfen nur wenige Kulturen wie z. B. Soja. Dagegen gehen einige Ökobetriebe, wo der Stickstoff doppelt wertvoll ist, mittlerweile ganz auf Nummer sicher und impfen grundsätzlich alle Hülsenfrüchte.

Wird eine Leguminosen-Art erstmals auf einem Acker angebaut, so wird generell zur Impfung geraten, zumal die Kosten verglichen mit den sonstigen Anbaukosten und dem Verlust bei fehlenden Knöllchen marginal sind. Das gleiche gilt bei Anbaupausen über vier Jahren oder wenn Knöllchenbesatz, Blattfarbe oder Eiweißgehalt beim letzten Anbau unbefriedigend waren.

Wurde auf Böden im normalen pH-Bereich innerhalb der letzten vier Jahre dieselbe Art erfolgreich und mit guter Knöllchenentwicklung angebaut, kann aber bei vielen Arten auf eine Impfung verzichtet werden. Nachfolgend ein paar Fakten zu den wichtigsten Arten im heimischen Anbau:

Impfung bei wichtigen Leguminosen-Arten

  • Sojabohne: Soja ist die Leguminose par excellence, die praktisch immer geimpft wird. Selbst bei den Pionieren, die bereits seit 30 Jahren Soja anbauen, wird fast ausnahmslos geimpft. Es gibt Standorte mit langjährigem Sojaanbau, auf denen in manchen Jahren kaum ein Unterschied mit oder ohne Impfung auftreten wird. Doch die preiswerte Impfung bietet eine Absicherung, zumal Soja vielfach nach Eiweißgehalt bezahlt wird. Zudem haben erfahrene Sojabauern sich das Impfverfahren meist praktisch eingerichtet, so dass sich der Arbeitsaufwand in den arbeitsreichen Saattagen in Grenzen hält.
  • Kichererbse: In den traditionellen Anbaugebieten wird die Kichererbse oft nicht geimpft. Betriebe in Südfrankreich haben mir Rückmeldung gegeben, dass die Impfung dort nach langjährigem Anbau keinen Effekt gezeigt habe. Im Burgund und in Österreich hingegen, wo die Kultur recht neu ist, ist der Effekt der Impfung durchschlagend.
  • Klee- und Luzernearten: Bei den hierzulande geläufigen Klee- und Luzernearten sind im Wesentlichen drei Gruppen zu unterscheiden: Luzernearten, einjährige Trifolium-Arten (wie Perser- und Alexandrinerklee) sowie mehrjährige Trifolium- Arten (wie Rot- und Weißklee). Jede der drei Gruppen hat spezifische Rhizobienstämme, mit denen die höchste N-Fixierung erreicht wird. Knöllchen, die mit den Rhizobien einer der anderen Gruppen gebildet werden, sind jeweils deutlich weniger effektiv.

Dies ist ein Auszug aus dem Fachbeitrag "Wie gelingt die Knöllchenbildung?" in der aktuellen Ausgabe der lop Dezember 2019.

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