Erfolgreich in der pfluglosen Praxis

Soll die Umstellung auf eine pfluglose Bodenbearbeitung im Betrieb gelingen, sind ein großer Wissensschatz und viel Kreativität notwendig. Um selbst kein teures Lehrgeld zahlen zu müssen, helfen einem die Erfahrungen der Berufskollegen, die bereits erfolgreich ein Bewirtschaftungssystem mit konservierender Bodenbearbeitung oder Direktsaat aufgebaut haben. Es gibt viele unterschiedliche Ansätze, je nach den standörtlichen Gegebenheiten und der Ausrichtung des einzelnen Betriebes.

Wie unterschiedlich die Gestaltung in Bodenbearbeitung, Fruchtfolge und anderen Aspekten des Ackerbaus ausfallen kann, zeigen die ausführlichen Berichte:

Auf dem Landwirtschaftsbetrieb von Hartwig Grimme und Maximilian Henne aus Güntersen im Süden Niedersachsen wird konsequent auf Bodenbeabeitung verzichtet und Direktsaat durchgeführt. Dazu kommt eine Scheibenschar-Sämaschine Tandemflex zum Einsatz. Zusammen mit einem intensiven Zwischenfruchtanbau hat sich der Ungrasdruck in der Fruchtfolge merklich verringert. Auch in Baden-Württemberg setzen die Landwirte Alfons Bunk und Konrad Schibel auf Ihren Flächen seit über 20 Jahren auf die konsequente Direktsaat, unter anderem bei Anbau von Sojabohnen.

Den positiven Einfluss eines reduzierten Eingriffes in den Boden auf die Fruchtbarkeit zeigen die Humusgehalte auf dem Betrieb von Horst Sandbühler. In den letzten 30 Jahren stiegen die Gehalte von 1,5 % auf zum Teil über 3 % an! Vor allem vor Körnermais bringt der Anbau von Zwischenfruchtgemengen hier einen deutlichen Ertragsschub.

Mit einer Kombination aus Streifenlockerung und Unterflurdüngung schafft es der Landwirt Carsten-Thiess Mackeprang, den zur Dichtlagerung neigenden Böden im nördlichen Mecklenburg-Vorpommern hohe Erträge abzuringen. Das Ziel sind stresstolerante, kräftige Einzelpflanzen mit tiefreichenden Wurzeln.

Ebenfalls finden sich Berichte von Betrieben außerhalb Deutschlands. Der Betrieb Charpentier in der Champagne (Zentralfrankreich) führt einen Lebendmulch mit Luzerne durch, die über mehrere Jahre hinweg als Untersaat im Getreide steht und nach dem Mähdrusch einen vollwertigen Aufwuchs entwickelt. Vorteile dieses Verfahrens sind vor allem eine Arbeitszeit- und Kosteneinsparung, denn die jährliche Neuansaat der Zwischenfrucht entfällt. Außerdem kann die Luzerne erhebliche Mengen an Stickstoff aus der Luft fixieren. Der Lebendmulch mit Luzerne führte im Vergleich zu herkömmlichen Anbauverfahren bei Winterweizen und Durum zu Mehrerträgen.

Weitere Schwerpunkte sind: Betriebe mit Fruchtfolgen zur Veredelung, Gülle-Strip Till in Verbindung mit Gülle-Verschlauchung und Anbausysteme in Mulchsaat.

Lassen Sie sich inspirieren mit einem Markenzeichen der LOP: unseren regelmäßigen Betriebsreportagen!

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